Grundeinkommen und Kirche
Das Menschenbild der Kirche ist erschreckend. Ja, es ist eine Offenbarung.
In einem Artikel zur Position der Kirche gegenüber dem Grundeinkommen steht ungefähr folgendes: Der Mensch ist von Natur aus ein Vandale. Er ist faul und muss zur Arbeit gezwungen werden. Wird er nicht zur Arbeit gezwungen, wird er kriminell.
Die Arbeitswelt ist quasi ein prophylaktisches Straflager für die Gesellschaft.
Natürlich steht es nicht in diesen Worten da, sondern in wohlfeilen Sätzen, die sich freundlich geben. Wer es nicht glaubt, der kann es hier nachlesen: Kirche und Wirtschaft gegen "bedingungsloses Grundeinkommen" (idea.de).
Laut Grundgesetz ist das Volk der oberste Souverän. Wenn dieser Souverän aber nichts weiter ist, als ein krimineller Primitivling, der notdürftig durch die oktroierte Arbeit an der Auslebung seiner wahren Natur gehindert wird, wäre es dann nicht besser, man würde auch eine andere Staatsform wählen?
Außerdem interessant: Die Kirche geht davon aus, dass jeder durch Erwerbsarbeit einen Beitrag zum Wohlstand der Gesellschaft leisten muss. Sie nennt es "christliche Werte". Insbesondere geht diese Werthaltung aber weniger auf die Bibel zurück, denn auf ein Werk mit dem Namen "Wohlstand der Nationen" (Adam Smith, 1777).
Tatsächlich ist es so, dass die Werthaltung unserer Welt von heute zum großen Teil auf diesem Werk beruht. Egal, ob wir Christen oder Nicht-Christen sind, dieses Werk ist unsere "moderne Bibel". Es prägt das Denken der Menschheit über Kultur- und Religionsgrenzen. Dabei kennt kaum einer das Werk selbst oder seinen Autor. Es vollbringt sein Werk aus dem Unbekannten. Was vielleicht besonders gemein ist, da man an eine "natürliche Ordnung" glaubt, wo gar keine ist.